Kino in der Aula
programm

für 2021

Konzept & Kultur

Die Bürgergemeinschaft Emlichheim und das Mobile Kino Niedersachsen präsentieren:

Donnerstag, 25. Februar 2021

Das Wunder von Taipeh

Abendveranstaltung um 20 Uhr

in der Aula in Emlichheim

Eintritt: Erwachsene 5,00 €, Mitglieder 4,00 €

So selbstverständlich es heute ist, dass Mädchen und Frauen in Deutschland vereinsmäßig Fußball spielen, auch auf internationaler Ebene: Das war nicht immer so. Im Gegenteil – die erste Damennationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland lief erst 1982 auf, und dass dies dann überhaupt (endlich) geschehen konnte, war dem „Wunder von Taipeh“ zu verdanken. Denn im Jahr 1981 wurde die SSG 09 Bergisch Gladbach, der amtierende Deutsche Fußballmeister bei den Damen, zur ersten Frauen-WM nach Taipeh eingeladen, und zwar in Ermangelung einer Nationalelf. Ohne jede Unterstützung durch den DFB reiste die Damen-Vereinsmannschaft nach Taiwan, unterstützt von einigen regionalen Sponsoren, vor allem aber angetrieben vom Spaß am Fußball und von einer unbändigen Spielfreude. Als sie im Finale die Niederlande besiegen konnten, war erst einmal alles vergessen – die Strapazen von 9 Spielen in 11 Tagen und die vorausgegangenen Querelen. Die Frauen feierten ihren Sieg, der tatsächlich bis nach Deutschland Wellen schlug.

Im Film nimmt die WM in Taipeh und der Verlauf der Spiele in der Dokumentation, anders als es der Titel erwarten lässt, einen eher schmalen Raum ein. Das mag auch daran liegen, dass es nicht allzu viel brauchbares Bildmaterial von damals gibt. Im Vordergrund stehen die Spielerinnen, die bis heute miteinander befreundet sind und dem Fußball verbunden blieben. Einige von ihnen sind noch aktiv, andere sind Trainerinnen. Sie alle kommen in der sehr ausführlichen Exposition zu Wort, in der es um die Geschichte des Frauenfußballs in der Bundesrepublik geht

Der Dokumentarfilmer John David Seidler hat für seinen kleinen Film eine Form gewählt, die den Spielerinnen viel Raum für ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen lässt, die fast alle damit zu tun haben, dass sie schon als Kinder davon träumten, Fußball zu spielen.

Mit dabei an diesem Abend ist auch die Fußballerin Anne Trabant-Haarbach. Sie ist eine gebürtige Emlichheimerin und kickte in ihrer Kindheit hier auf dem Bolzplatz. Allerdings durfte sie zu der Zeit noch nicht in der örtlichen Vereinsmannschaft der Jungen antreten.

Sie bleibt im Anschluss an den Film noch da und es besteht die Möglichkeit ihr Fragen zu stellen oder mit ihr ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist ja noch der ein oder andere Kicker dabei, der schon mit ihr auf dem Bolzplatz Fußball gespielt hat.

Donnerstag, 25. März 2021

Systemsprenger

Abendvorstellung 20 Uhr

in der Aula in Emlichheim

Eintritt: Erwachsene 5,00 €, Mitglieder 4,00 €

Benni (Helena Zagel) ist wütend. Benni rastet aus. Egal, wohin sie kommt, früher oder später fliegt

die Neunjährige aus Wohngruppen oder Heimen, zur Schule geht sie schon gar nicht mehr. Sie schreit, sie ist aggressiv, sie ist nicht zu kontrollieren. Benni ist ein Systemsprenger: Das Jugendhilfesystem ist mit ihr überfordert. Dabei hat sie mit Frau Bafané (Gabriela Maria Schmeide) eine engagierte Sozialarbeiterin, sie hat immer wieder ErzieherInnen, die sich Mühe mit ihr geben. Aber diese Wut, diese Aggressionen lassen sich nicht kontrollieren. Deshalb findet Frau Bafané kaum mehr einen Platz für sie. Eine Unterbringung in der Geschlossenen scheint für alle anwesenden ErzieherInnen die einzige Lösung, nur Frau Bafané wendet ein, dass Benni dafür noch zu jung ist. Dann hat Bennis neuer Schulbegleiter Micha (Albrecht Schuch) eine Idee: Eigentlich arbeitet er mit straffälligen Jugendlichen, mit sechs von ihnen ist er schon in ein Haus im Wald gefahren. Drei Wochen ohne Strom, ohne Elektrizität. Das habe geholfen.

Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Fingscheidt lässt sich in Systemsprenger ganz auf ihre Hauptfigur ein: Wenn Benni austickt, dann überlagern sich Bildfetzen, wird die gesamte nicht zu bändigende Energie deutlich, die sie überkommt. Wenn sie gegenüber anderen Kindern gewältig wird, auch dann bleibt die Kamera nah an Benni, ohne dass sie in diesem Moment zeigt, was Benni tut. Am Rand des Bildes sind die Folgen zu erahnen. Dadurch wird spürbar, wie dieser Kontrollverlust für Benni ist, wie viel ungebändigte Energie in ihr steckt.

Der Film Systemsprenger feierte 2019 bei den internationalen Filmfestspielen in Berlin eine fulminante Premiere.  Die Regisseurin Nora Fingscheidt überzeugte die Jury und durfte sich für ihr intensives und gefühlvolles Spielfilmdebüt über den Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis sowie über den Publikumspreis der Leserjury der Berliner Morgenpost freuen. Ebenso lief er auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Newsletter

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr!

Jetzt anmelden!

Konzerte

jetzt anschauen!

Haben Sie Fragen?

kontakt aufnehmen